Marktoberdorf, 29.1.2026
Drei Jahre nach ihrem Zusammenschluss hielten Bund Naturschutz und das Bündnis Nachhaltiges Marktoberdorf am 29. Januar in den Räumen der AWO ihre dritte Jahreshauptversammlung ab und gab einen Rückblick auf das Jahr 2025:
Die Arbeitsgruppe Stadtmobilität berichtete über das Radkonzept Marktoberdorf und den PARKing Day, in welchem gezeigt wird, wie eine lebenswerte Stadt ohne zugeparkte Lebensräume aussehen kann. Beim KinderSTADTRADELN wurden Kinder und Eltern zum Radeln in den Kindergarten oder in die Schule motiviert und mit einem Eis als Anerkennung belohnt. Für Erwachsene wurde ein Fahrsicherheitstraining und für Kinder die Aktion „Rund ums Rad“ im Rahmen der Oberdorfer Ferienfreizeit angeboten: Rad reparieren, Reifen flicken, Brems- und Geschicklichkeitsübungen auf zwei Rädern begeistern die Kinder von 8 bis 12 Jahren. Mit der Kidical Mass warb der Arbeitskreis für die Teilhabe der Kleinsten im Verkehr: Ein bunter Radlerwurm zieht sich da einmal pro Jahr durch Marktoberdorf. Ähnlich wie die Demo im Kleinen gingen die Radler aus Marktoberdorf auch bei der Fahrraddemo gegen den übermäßigen B12-Ausbau an den Start.
Die Arbeitsgruppe Foodsharing hat ihre Aktivitäten 2025 nochmals ausgedehnt. Inzwischen wurden bei 18 Betrieben an 2174 Terminen Lebensmittel abgeholt. Bei diesen Abholungen waren 41 Foodsaver aktiv, die mehrmals täglich nicht mehr verkäufliche Lebensmittel bei Supermärkten, Bäckereien und Restaurants abholen. Insgesamt konnten 2025 in Marktoberdorf geschätzt etwa 15.000 kg noch genießbare Lebensmittel vor der Mülltonne gerettet und weiterverteilt werden. Der „Fairteiler“ in der Salzstraße 10 ist aktuell sechs Mal die Woche geöffnet (Dienstag: 17:30 Uhr, Mittwoch: 10:00 Uhr, Donnerstag: 17:30 Uhr, Freitag: 10:00 Uhr, Samstag: 17:30 Uhr)
Die Landschaftspflegegruppe berichtete über seine langjährige Moor-Renaturierung im Dümpfelmoos, über die regelmäßige Pflege der fast 100 Streuobstbäume an der alten Riedener Straße, über Gehölzauflichtungen in der Wertachaue in Saatgutbeständen der Grauerle sowie einzelne Käferbaumentnahmen in Fichtenbeständen.
Aus einer Einzelinitiative im Jahr 2021 hervorgehend, hat sich die Krautgarteninitiative inzwischen auf sechs Krautgärten in Marktoberdorf ausgeweitet. „Krautgarten“ ist im Allgäu der alte Ausdruck für den Anbau von Weiß„kraut“, Rot„kraut“ und anderer Gemüsearten bis hin zur Kartoffel und bezieht sich also keineswegs nur auf Gewürzkräuter. In Großstädten würde man es „Urban Gardening“ nennen. 55 Einzelgärtner/innen oder Familien bauen auf den zugewiesenen – kostenfreien – Beeten biologisches Gemüse und Blumen an. Die Beetgröße variiert nach Bedarf.
Die Aktionen um Balkonkraftwerke unter Fritz Hindelang waren in den letzten Jahren durch zahlreiche Informationsveranstaltungen in der VHS Marktoberdorf, bei den Bau- & Energietagen Ostallgäu im Modeon oder am Tag der offenen Heizungstür geprägt. Zahlreiche Bürger wurden zu Balkonkraftwerken, Dach-PV, Batteriespeicher und Wärmepumpe ausführlich beraten. Insbesondere für Mieter interessant ist, dass Balkonkraftwerke mittlerweile auch direkt an die Steckdose angeschlossen werden dürfen.
Das Reparaturcafé findet jeweils am ersten Samstag des Monats von 15 bis 17 Uhr in den Räumen der AWO statt. Bei jedem Termin sind 5-7 Reparaturhelfer anwesend. Die Reparaturen erstrecken sich von der Unterhaltungselektronik bis hin zu Küchen- und Haushaltsgeräten. Besonders hervorzuheben ist die hohe Anzahl an reparierten Nähmaschinen. Über alle Gerätekategorien hinweg, lag die Erfolgsquote bei den Reparaturen bei 70-80%. Die erzielten Spendeneinnahmen wurden u.a. für Werkzeug und Verbrauchsmaterialien und für einen Genossenschaftsanteil Tagwerk 27 verwendet.
Anschließend an die Berichte der Arbeitsgruppen und der Kassenberichte wurde Ralf Strohwasser als Vorsitzender in seinem Amt bestätigt. Zusammen mit der gleichberechtigten Mitvorsitzenden Miriam Pfanzelt wird er die Arbeitsgruppen mit über 100 Aktiven unterstützen und nach außen vertreten.