Studien zur Kaufkraft in Innenstädten zeigen überwiegend, dass eine stärkere Berücksichtigung von Fußgängern, Radfahrern und Nutzern des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) positive oder neutrale Auswirkungen auf den Einzelhandelsumsatz hat und die Passantenfrequenz steigert. Die Annahme, dass der Einzelhandel stark von der Pkw-Erreichbarkeit abhängt, wird durch viele Untersuchungen* widerlegt.
Zentrale Erkenntnisse aus den Studien*:
  • Frequenz und Umsatz: Verkehrsberuhigte Zonen und autofreie Straßen führen oft zu einer höheren Passantenfrequenz und können den Einzelhandelsumsatz im Durchschnitt um bis zu 49 % steigern, da die Aufenthaltsqualität steigt.
  • Ausgabeverhalten: Obwohl Autofahrer pro Besuch oft größere Mengen einkaufen (z. B. Großeinkäufe), besuchen Fußgänger und Radfahrer die Innenstadt häufiger und geben in der Summe über einen bestimmten Zeitraum (z. B. pro Woche oder Jahr) mehr Geld aus.
  • Modal Split der Einnahmen: Eine Studie aus Linz ergab, dass 63 % der Innenstadt-Einnahmen im Handel und fast die Hälfte (47 %) in der Gastronomie von ÖPNV-Nutzern, Radfahrern oder Fußgängern stammen. Dies zeigt die immense Bedeutung des Umweltverbunds für die lokale Wirtschaft.
  • Wahrnehmung vs. Realität: Es besteht oft eine Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der Händler (die glauben, Pkw-Kunden seien am wichtigsten) und dem tatsächlichen Mobilitätsverhalten und den Ausgaben der Kunden.
  • Attraktivität: Eine menschenfreundlichere Infrastruktur mit weniger Lärm und besserer Luft macht Innenstädte attraktiver, was wiederum Kaufkraft anzieht und den Umsatz im Einzelhandel steigert. 
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine stärkere Förderung von Nahmobilität (Fuß- und Radverkehr) sowie des ÖPNV positive Effekte für den lokalen Handel mit sich bringt und die Abhängigkeit vom Pkw-Verkehr geringer ist als oft angenommen. 
Lebhaftes Treiben beim Parking Day. Aus Parkplätzen für Autos wird Lebensraum. Menschen verweilen, Kinder spielen, Bürger:innen kommen ins Gespräch und konsumieren in den umliegenden Geschäften.
Kunstaktion oder ernst? Je länger das Auto stehen bleibt und Menschen zum Verweilen animiert werden, desto mehr leben die Orte auf.
Auch über die angeregten Parkgebühren haben Besucher des Parking Days diskutiert und spontan abgestimmt.
*Studien und Quellen:
https://www.rifs-potsdam.de/de/blog/2021/09/mehr-umsatz-durch-attraktive-stadtgestaltung
https://medientanz.de/autofreie-innenstaedte/
https://zukunftsnetz-mobilitaet.nrw.de/aktuelles/news/kurzgesagt-einzelhandel-1#:~:text=Weniger%20PKW%2C%20mehr%20Umsatz%E2%80%9C%20kann%20Ihnen%20daf%C3%BCr,Nachricht%20ist%20also:%20Ohne%20Auto%20wird%20mehr
https://www.ibkinfo.at/studie-mobilitaet-kaufkraft-2022#:~:text=Spectra%20Kaufkraft%2D%20und%20Mobilit%C3%A4tsstudie%20zeigt%2C%20wovon%20die,Studie%20zum%20Thema%20Verkehrsmittelwahl%20und%20Kaufkraft%20durchgef%C3%BChrt.
https://difu.de/presse/pressemitteilungen/2025-03-28/einzelhandel-profitiert-von-massnahmen-der-verkehrsberuhigung#:~:text=*%20Presse.%20*%20Pressemitteilungen.%20*%20Einzelhandel%20profitiert%20von%20Ma%C3%9Fnahmen%20der%20Verkehrsberuhigung.