Marktoberdorf – Unser Mitglied Fritz Hindelang, der sich seit Jahren ehrenamtlich für Balkonkraftwerke beim BUND & Nachhaltiges Marktoberdorf einsetzt, bezieht in einem Leserbrief Position zu einem Artikel der Allgäuer Zeitung. Anschließend wird er neben Lob mit Gegenargumenten konfrontiert, die er recherchiert und als Falschbehauptungen entlarven kann.

Leserbrief zum Kommentar „Katherina Reiche regiert ohne Emotionen? Gut so!“ vom 26.06.2026, in dem Frau Reiche von Herr Müller der AZ hoch gelobt wurde.

Wirtschaftsministerin mit fossilen und atomaren Ideologien

Eine Wirtschaftsministerin die bei einer Frage zum Thema Klimaschutz auf eine Stromlücke zu sprechen kommt, die es in Deutschland so gar nicht gibt und mit dem Bau neuer Atomkraftwerke argumentiert, hat die Themen Klimawandel und Energiewende auch nicht im geringsten verstanden. Frau Reiche möchte mit ihrem neuen „Heizungsgesetz“ wertvolles Biogas sinnlos mit Hilfe einer Biotreppe zum Heizen verschwenden, anstatt es in flexibilisierten Biogasanlagen zur Stromerzeugung während zukünftiger Dunkelflauten zu verwenden. Dafür will sie Dutzende neue Erdgaskraftwerke bauen, die uns noch abhängiger von Autokraten machen, was unsere unwiederbringlichen Energiezahlungen ins Ausland auf jährlich weit über 100 Milliarden Euro steigern wird. Bereits 2012 hat sie, damals zusammen mit Herrn Altmaier im Umweltministerium, die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen massiv reduziert und dabei über 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland vernichtet. Die von ihr angekündigte Streichung der Einspeisevergütung für kleine Photovoltaikanlagen wird ähnliches bewirken. Frau Reiche klebt an gestrigen fossilen Ideologien und verhindert dadurch Wachstum und Innovationen die wir so dringend bräuchten.
Wie Herr Müller dabei auf seine Aussage: „Pragmatismus statt Emotion, welch eine Wohltat!“ kommt, ist mir ein Rätsel.

Und die Geschichte dazu:
Es folgten positive Reaktionen telefonisch von mehreren Bauern und eine negativ Reaktion von einem Leser aus Marktoberdorf.
Seine Aussage: Ich soll mich, bevor ich solche Leserbriefe verfasse, doch lieber besser informieren. Er sah in der derzeitigen Energiepolitik den Grund für einen bevorstehenden wirtschaftlichen Untergang. Ich erhielt von ihm anschließend immer wieder Informationen von fossilen Medien, per Mail. Unter anderen auch ein Video von einem Professor Ganteför: https://youtube.com/watch?v=rFK3tpSPD94&is=ZaNuFP7qBH10UGZW
Bei den letzten oberirdischen Atombombentests vor 1963 wurden große Mengen CO2 Moleküle die radioaktiv mit C14-Isotopen markiert waren freigesetzt. Diese konnten von den normalen CO2-Molekülen (C12-Isotope) getrennt gemessen werden. Dabei zeigte sich, dass sich diese C14 markierten CO2 Moleküle innerhalb von Jahrzehnten stark abbauten. Die Schlussfolgerung von Professor Ganteför war, CO2 baue sich innerhalb weniger Jahrzehnte wieder ab. Die Behauptung, dass es sich über tausende von Jahren hält, sei deshalb falsch.
Da mir diese Erklärung plausible erschien, habe ich Prof. Lesch, der im Frühjahr im Modeon behauptet hatte, dass der Abbau von CO2 Jahrtausende dauere, per Mail um seine Meinung dazu gebeten. Seine Rückantwort kam völlig überraschend bereits nach fünf Minuten mit Hinweis meine Frage an Prof. Dr. Julia Pongratz der LMU zu stellen. Diese antwortete zurück, dass sie derzeit keine Zeitkapazitäten übrig habe und Prof. Lesch das auch beantworten könne. Dieser antwortete dann mit mehreren Expertisen, die für mich jedoch nicht eindeutig waren. Mehrere Rückfrage und Antworten folgten. Eine Erklärung kam dann von Prof. Dr. Stefan Rahmstorf, Leiter der Abteilung für Erdsystemanalyse am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, den ich gleichzeitig per Mail kontaktiert hatte:
Es gibt einen CO2 Kreislauf über die Atmosphäre, Wälder und die Meere. Über diesen werden CO2 Moleküle aufgenommen und an anderer Stelle wieder abgegeben. Dabei werden die C14 markierten CO2 Moleküle gegen normale CO2 Moleküle ausgetauscht und verschwinden dadurch innerhalb weniger Jahrzehnte. Die Summe an CO2 in der Atmosphäre bleibt über die ausgetauschten CO2 Atome jedoch über Jahrtausende bestehen.

Man soll nicht alles glauben und den Sachen auf den Grund gehen, den viele derzeit von fossilen Medien verbreiteten Fake News oder Verschwörung-Theorien lassen sich oft wissenschaftlich widerlegen.

Fritz Hindelang